Welche gebrauchten Stampfer sind im Markt?
Im Gebraucht-Markt sind drei Marken-Cluster dominant:
- Wacker Neuson BS-Reihe — mit Abstand meistgehandelte Marke im Stampfer-Gebrauchtmarkt. BS 50-2, BS 60-2, BS 60-2i, BS 70-2i sind in nahezu jedem Mietpark vertreten und kommen regelmäßig nach 3-5 Jahren als Mietpark-Auflösung auf den Gebrauchtmarkt.
- Bomag BT-Reihe — BT 60, BT 65, BT 80. Solide Profi-Stampfer, oft aus FAYAT-Vertragshändler-Mietparks.
- Atlas Copco LT / Mikasa MT / Wacker DS 70 — kleinere Volumen, aber konstant verfügbar. Mikasa ist im Mietpark-Markt seltener.
DIY-Modelle (Scheppach VS 1000, Lumag RAM 75) kommen ebenfalls auf den Gebrauchtmarkt — meist aus Privatbestand mit niedrigem Stundenstand.
Marktwerte gebrauchter Stampfer
Realistische Preise im deutschen Gebraucht-Markt (Stand 2026):
- Wacker Neuson BS 50-2 (DIY, 5 Jahre, 600-1.000 h):.
- Wacker Neuson BS 60-2i (Profi-Standard, 5 Jahre, 1.000-1.500 h):.
- Wacker Neuson BS 70-2i (Profi-Schwerlast, 5 Jahre, 1.000-1.500 h):.
- Wacker Neuson DS 70 (Diesel, 5 Jahre, 1.500-2.500 h):.
- Bomag BT 65 (5 Jahre, 1.000-1.500 h):.
- Wacker Neuson AS 50e (Akku, 3-5 Jahre): (junger Markt, wenige Vergleichsangebote).
Faustregel: Markenmaschinen liegen nach 5 Jahren bei 50-65 % des Neupreises, nach 8-10 Jahren bei 30-40 %. DIY-Marken (Scheppach, Lumag) verlieren prozentual schneller.
Wieviel Betriebsstunden sind OK?
Stampfer haben harten Verschleiß — die hochfrequente Schlag-Belastung beansprucht alle Komponenten erheblich:
- Bis 800 h — wie neu, kaum Verschleißspuren.
- 800-1.800 h — normal genutzt. Bei guter Wartung ohne erkennbare Probleme.
- 1.800-2.500 h — gut gepflegte Profi-Maschinen funktionieren in diesem Bereich noch tadellos. Erste Verschleißteile fällig (Stampf-Platte, Dämpfer).
- 2.500-3.500 h — älter, Generalüberholung oft sinnvoll (Antriebsblock, Motor-Service). Reparaturkosten einkalkulieren.
- Über 3.500 h — verbraucht. Nur bei sehr günstigem Preis und als Ersatzteil-Spender interessant.
Was beim gebrauchten Stampfer prüfen?
Strukturierte Prüfung spart Reparaturkosten:
- Sprung-System-Funktion — Stampfer auf festem Untergrund kurz laufen lassen. Sprung muss gleichmäßig, kraftvoll, ohne Aussetzer und ohne ungewohnte Geräusche sein.
- Motor-Zustand — Kaltstart-Verhalten (1-2 Züge sollten reichen), Leerlauf rund, kein blauer Rauch (Öl) oder weißer Rauch (Wasser). Bei Honda-Motor: Vergaser-Sauberkeit. Bei Wacker-eigenem Motor: Kompressionsgefühl im Anwerf-Seil.
- Stampf-Platten-Verschleiß — Platte auf Risse, ungleichmäßigen Abrieb prüfen. Tausch der Platte kostet.
- Wartungsbuch — vollständige Belege über Ölwechsel (alle 100 h), Luftfilter, Zündkerze. Bei Mietpark-Auflösungen ist Wartung meist gut dokumentiert.
- Lager-Spiel im Antriebsblock — bei laufendem Stampfer dürfen keine ungewöhnlichen Klacker- oder Schleif-Geräusche aus dem Antriebsgehäuse kommen. Antriebsblock-Reparatur ist die teuerste Stampfer-Reparatur.
- Hand-Bedienelemente — Gasgriff, Choke, Anwerfseil müssen leichtgängig funktionieren. Anti-Vibrations-Dämpfer am Bügel auf Risse prüfen (Tausch).
Wo gebrauchte Stampfer kaufen?
Drei Hauptkanäle:
- Mietpark-Auflösungen (Boels, HKL, Klickrent, lokale Vermieter) — beste Maschinen-Qualität, lückenlose Wartungshistorie, oft mit kurzer Restgarantie. Preise leicht über Privatkauf, dafür minimales Risiko.
- Wacker Neuson- und Bomag-Vertragshändler — Inzahlungnahmen aus Neukauf, oft mit Hersteller-Garantie auf 6-12 Monate. Höchstes Vertrauen, höchster Preis.
- Privatpersonen (Online-Marktplätze) — günstiger, aber „gekauft wie gesehen". Bei DIY-Modellen aus Privatbestand mit niedrigem Stundenstand oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
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